Pressemitteilung zur internationalen „Genital Autonomy“-Konferenz in Frankfurt/Main

GenitalAutonomy

Internationale Konferenz zu genitaler Selbstbestimmung in Frankfurt / Main

Am 08. und 09. Mai trifft sich in Frankfurt am Main ein internationaler Kreis von Referent/innen und Teilnehmer/innen zur „Genital Autonomy“-Konferenz, um unter dem Titel „Myths and Multiple Standards – Mythen und unterschiedliche Maßstäbe“ aktuelle Fragen zu Eingriffen an den Genitalien sowie der genitalen Unversehrtheit und Selbstbestimmung von Jungen, Mädchen und Intersexuellen zu diskutieren. Die Vorträge werden sich mit juristischen, ethischen, medizinischen, psychologischen, religiösen und sozialen Aspekten befassen.

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Update 04.05.2015: Am 03.05.2015 wurde die Pressemitteilung aktualisiert und zusammen mit einer Presseinformation zum Konferenzprogramm und den Referent/innen erneut verteilt.

In Deutschland trat das Thema der genitalen Selbstbestimmung aller Kinder mit dem Urteil des Kölner Landgerichtes vom 07. Mai 2012 zur „Beschneidung“ von Jungen in den Fokus der Öffentlichkeit. International wird diese grundlegende Menschenrechtsfrage jedoch schon seit vielen Jahren diskutiert. Beginnend mit dem ersten Symposium in den USA im Jahr 1989 kommen internationale Expert/innen und Aktivist/innen der genitalen Selbstbestimmung seither im Abstand von ein bis drei Jahren in verschiedenen Ländern der Welt zusammen.

Nun findet erstmals eine internationale „Genital Autonomy“-Konferenz in Deutschland statt. Am 08. und 09. Mai werden im Haus der Jugend in Frankfurt am Main unter dem Titel „Myths and Multiple Standards – Mythen und unterschiedliche Maßstäbe“ aktuelle Fragen zu Eingriffen an den Genitalien sowie der genitalen Unversehrtheit und Selbstbestimmung von Jungen, Mädchen und Intersexuellen diskutiert.

Prominenteste Rednerin aus deutscher Sicht ist die SPD-Politikerin und ehemalige Bundestagsabgeordnete Marlene Rupprecht, die über die Aktivitäten bezüglich der körperlichen Unversehrtheit aller Kinder auf europäischer Ebene berichtet.

Mina Ahadi, iranischstämmige Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime sowie der türkische Autor Kaan Göktas befassen sich mit männlicher Genitalverstümmelung in muslimischen Ländern. Dr. Michel Garenne vom epidemiologischen Institut Pasteur in Paris geht der Frage nach, ob durch Vorhautamputationen die Übertragung von HIV verhindert werden kann.

Aus dem Themenbereich der weiblichen Genitalverstümmelung sprechen die britische Psychologin Dr. Ann-Marie Wilson, Vorsitzende von 28 Too Many, und Susana Rocha-Teixeira von der deutschen Organisation Terres des Femmes.

Das Thema Intersexualität wird durch den deutsch-französischen Wissenschaftler Simon Zobel sowie Markus Bauer aus der Schweiz, Aktivist für genitale Unversehrtheit von Intersexuellen und gegen erzwungene Geschlechtsangleichungen, vertreten.

Weitere Vortragende kommen aus den USA, Finnland, Dänemark und Österreich und beleuchten das Thema genitale Selbstbestimmung u. a. unter den Aspekten Position der Vereinten Nationen, konkreter Gerichtsfälle, Lobbyarbeit und psychologischer Auswirkungen.

– Genital Autonomy 2015 –

Internationale Konferenz zu genitaler Selbstbestimmung

08. und 09. Mai 2015
Frankfurt am Main
Haus der Jugend, Deutschherrnufer 12

http://intaktiv.de/genitalautonomy2015/