intaktiv-Botschafter


intaktiv-Botschafter sind prominente und/oder in themenbezogenen Fachgebieten qualifizierte Persönlichkeiten, die die Ziele von intaktiv befürworten und unterstützen. Unsere Botschafter treten dafür ein, das Recht auf genitale Selbstbestimmung aller Kinder zu stärken und im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern.

Neue Botschafter im April 2017.

Alphabetische Auflistung der Botschafter.


Angelika Bergmann-Kallwass, Psychotherapeutin und Fernsehmoderatorin

„Mich empört die Verletzung von menschlichen Grundrechten. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und genitale und sexuelle Selbstbestimmtheit ist ein solches Menschenrecht, das in unserer und vielen anderen Verfassungen und internationalen Vertragswerken verbrieft ist. Mich empört es im Besonderen, wenn Kinder davon betroffen sind, die den Tätern und Täterinnen hilflos und ohnmächtig ausgeliefert sind, sie aber oft auch lieben. Die Beschneidung ist ein grausamer Akt von „großen“ Menschen „kleinen“ Menschen gegenüber, der die Persönlichkeit der Betroffenen in ihrem Vertrauen in sich selbst und Andere zerstört, der den Körper UND die Seele beschneidet – sie ist ein Urtrauma mit physischen, psychischen und psychosomatischen Folgen.“ 


Prof. Dr. Rolf Dietrich Herzberg, Rechtswissenschaftler, Ruhr-Universität Bochum 

botschafter_herzberg-rolf„Ich trete entschieden ein für die Ziele und das Schutzanliegen von intaktiv. Mein Engagement geht darauf zurück, dass ich vor Jahren, jedenfalls unter den Juristen, als erster Anstoß genommen habe an der Praxis der rituellen Beschneidung des männlichen Kindes. Ich habe sie nach langem Nachdenken als rechtswidrige Körperverletzung gebrandmarkt und werbe heute öffentlich für die Einsicht, dass § 1631 d des Bürgerlichen Gesetzbuches, der sie in Grenzen erlaubt, mit dem Grundgesetz unvereinbar und deshalb ungültig ist.“ 


Dr. Nadja Hermann, Verhaltenstherapeutin und Autorin 

botschafter_hermann-nadja„Ich hoffe, dass in 50 Jahren jemand diese Vereinsseite liest und sagt: ‚Wow, stell dir vor, es gab früher mal einen Verein namens ‚intaktiv‘ … Kannst du dir vorstellen, dass man damals begründen musste, warum man Kindern nicht einfach an ihren Genitalien herumoperieren sollte?'“

Anlässlich ihrer Rolle als Botschafterin hat Nadja Hermann am 12.12.2016  auf ihrer  „erzaehlmirnix“-Webseite einen neuen Comic zum Thema veröffentlicht. 


Prof. Dr. Matthias Franz, Universitätsprofessor für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie 

Es gibt keine medizinischen Gründe dafür, einem gesunden kleinen Jungen seine gesunde Vorhaut abzuschneiden. Die Beschneidung ist mit hohen körperlichen, sexuellen und psychischen Gesundheitsrisiken behaftet. Die rituelle Beschneidung stellt darüber hinaus eine kollektive Gewalterfahrung und ein patriarchalisches Branding dar, welches das Recht des Stärkeren unhinterfragbar etabliert.

Auch ins Religiöse transformierte archaische Bräuche können kein Sonderrecht zur Anwendung von Gewalt gegenüber Kindern für sich beanspruchen. Der gewaltfreie Umgang mit Kindern und der vorbehaltlose Schutz der Genitalien von Mädchen und Jungen ist zentral für die Entwicklung von Empathie  – auch innerhalb von Gesellschaften. An diesem verfassungsrechtlichen Prüfpunkt hat die Politik in Deutschland unter dem Druck religiöser Lobbygruppen bisher versagt.

Ärzte und Psychoanalytiker sollten Haltung zeigen und helfen, indem sie ohne gesicherte und dokumentierte medizinische Indikation nicht  beschneiden, keine abrechnungsrelevanten Gefälligkeitsdiagnosen stellen und leidenden Betroffenen auch als Psychotherapeuten mit Verständnis zur Verfügung stehen. 


Ulla Barreto, Vorsitzende TABU INTERNATIONAL e. V. und  Koordinatorin Kenia 

Nachdem man die nunmehr etwa 30jährigen Aufklärungsaktionen gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in der EU vielleicht als „Türöffner“ für die Bewusstmachung gegen derartige Folterrituale ansehen kann, ist es überfällig, sich über die Wechselwirkungen von FGM und männlicher Genitalverstümmelung (MGM) klar zu werden und sich für einen länderübergreifenden und geschlechtsneutralen Kinderschutz stark zu machen.

Wir haben uns nach jahrelanger Fokussierung auf FGM dieser Aufgabe gestellt und erfahren in Kenia, dass die Aufklärung zu MGM sehr unterschiedlich aufgenommen wird: Einerseits gibt es schroffe Widerstände, andererseits zeigt sich bei der jugendlichen männlichen Bevölkerung viel Interesse, denn alle Kinder haben Angst vor diesem Ritual, selbst wenn sie mit Geschenken und Versprechungen besänftigt werden.

Der 2012 in einem Schnellverfahren entstandene § 1631 d BGB, der die „Beschneidung“ an minderjährigen Jungen ohne medizinische Indikation erlaubt, steht im Widersprujch zu § StGB 226 a (Verbot von FGM) und ist für uns nicht akzeptabel. 

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Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung der abgebildeten Personen.

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Alphabetische Auflistung der intaktiv-Botschafter

Barreto, Ulla
Bergmann-Kallwass, Angelika

Franz, Prof. Dr. Matthias

Hermann, Dr. Nadja
Herzberg,  Prof. Dr. Rolf Dietrich


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