7. WWDOGA am 11. Mai 2019 in Köln

Der Mai rückt näher – und mit ihm wieder der Welttag der genitalen Selbstbestimmung, Worldwide Day of Genital Autonomy (WWDOGA). In diesem Jahr zum sieben Mal in Erinnerung an das bahnbrechende Kölner Urteil, das erstmals eine nicht medizinisch notwendige Jungenbeschneidung als Körperverletzung verurteilte.

Gemeinsam mit einer alljährlich wachsenden Zahl von weitweit unterstützenden Organisationen – inzwischen fast 60 – rufen wir auf, sich den Kundgebungen und Demonstrationen anzuschließen und das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen.

Der WWDOGA hat jedes Jahr einen anderen Fokus. 2017 war es das angeblich „freiwillige“ Massenbeschneidungsprogramm der Bill Gates-Stiftung in Afrika, 2018 die medikalisierten Frauenbeschneidungen in Asien. In diesem Jahr geht es um Genitalbeschneidungspraktiken in Amerika. Sie entstammen einer sexualfeindlichen Medizingeschichte, in der Masturbation als Krankheitsursache und Genitalien als schmutzig verdammt wurden. Der WWDOGA schaut kritisch auf:

  • die immer noch üblichen, wenn auch rückläufigen Routinebeschneidungen an Jungen in den USA gleich nach der Geburt – und meist ohne ausreichende Betäubung,
  • die US-amerikanische Medizingeschichte medikalisierter Klitoris“behandlungen“ mit Messer und Karbolsäure und – ausdrücklich empfohlen – ohne Betäubung. Noch bis in die 70er Jahre war dies eine Krankenkassenleistung!
  • den Gerichtsprozess um hundertfache Mädchenbeschneidung, der am Gleichbehandlungenanspruch der Geschlechter scheiterte,
  • die US-Kinderärztliche Organisation APP, die zuletzt 2010 für die Erlaubnis von Klitoris-Einstichen an Mädchen plädierte, um die Jungenbeschneidungen weiter fortsetzen zu können.
  • den weiterhin fehlende Schutz vor Angleichungsoperationen an intersexuell geborenen Kindern.
Achtung: in diesem Jahr finden Demonstration und Kundgebung nicht wie bislang üblich am 7. Mai statt. Sie wurden auf den darauffolgenden Samstag, 11. Mai verschoben.

Unter anderem wird auch unser Vereinsmitglied Shemuel Garber sprechen. Der gebürtige US-Amerikaner ist Jude, lebt heute in Wien und setzte sich in seiner Bachelor-Thesis ausführlich mit der Entwicklung und den Auswirkungen der Routine-Säuglingsbeschneidungen in den USA auseinander.

Mehr Informationen zum Welttag der Genitalen Selbstbestimmung gibt es hier: https://genitale-selbstbestimmung.de/